Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts: Bußgeld & Punkte 2026

Aktualisiert März 2026 Lesezeit: 5 Min

Außerorts geblitzt — Landstraße und Bundesstraße

Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für PKW in Deutschland eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, sofern keine abweichende Beschilderung vorhanden ist. Auf Autobahnen gibt es eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, aber kein generelles Tempolimit.

Die Bußgelder für Geschwindigkeitsverstöße außerorts fallen geringer aus als innerorts — der Gesetzgeber stuft die Gefährdung außerhalb von Ortschaften als niedriger ein, da weniger Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind.

Besondere Gefahrenzonen außerorts

An bestimmten Streckenabschnitten außerorts gelten temporäre oder dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dazu gehören:

  • Baustellen: Oft 60 oder 80 km/h, häufig videoüberwacht
  • Überholverbotszonen: Reduzierte Geschwindigkeit auf kurvigen oder unübersichtlichen Abschnitten
  • Unfallschwerpunkte: Stationäre Blitzer an bekannten Gefahrenstellen

Besonders an Baustellen auf Bundesstraßen werden häufig Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Die temporäre Beschilderung ist allerdings nicht immer fehlerfrei aufgestellt — ein möglicher Einspruchsgrund.

Typische Blitzer-Standorte auf Landstraßen

Außerorts werden Geschwindigkeitskontrollen meist an Stellen mit wechselnden Tempolimits durchgeführt — also dort, wo Fahrer leicht übersehen, dass die erlaubte Geschwindigkeit sinkt. Typische Standorte sind:

  • Ortseingänge (Wechsel von 100 auf 50 km/h)
  • Streckenabschnitte nach dem Ende einer Autobahn (Wechsel auf Landstraße)
  • Brücken mit fest installierten Messanlagen (z. B. zur Abstandsmessung)

Stationäre Messanlagen außerorts unterliegen strengen Eichvorschriften. Ist die Eichfrist abgelaufen, kann die gesamte Messung anfechtbar sein.

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Unterschied zu innerorts: Mildere Strafen

Im Vergleich zu innerorts fallen die Bußgelder außerorts etwas niedriger aus. Der Grund: Der Gesetzgeber bewertet das Gefährdungspotenzial auf Landstraßen als geringer. Allerdings greifen ab 21 km/h Überschreitung auch außerorts Punkte in Flensburg, und ab 41 km/h droht ein Fahrverbot.

Bei hohen Überschreitungen (ab 70 km/h) sind die Strafen innerorts und außerorts nahezu identisch — hier werden unabhängig vom Ort zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot fällig.

Bußgeldtabelle: Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts 2026

ÜberschreitungBußgeldPunkteFahrverbot
Bis 10 km/h20 €
11–15 km/h40 €
16–20 km/h60 €
21–25 km/h100 €1
26–30 km/h150 €1(1 Monat)*
31–40 km/h200 €1(1 Monat)*
41–50 km/h320 €21 Monat
51–60 km/h480 €21 Monat
61–70 km/h600 €22 Monate
Über 70 km/h700 €23 Monate

Häufige Fragen

Auf Landstraßen und Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für PKW grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Für LKW über 3,5 Tonnen und Gespanne gelten reduzierte Limits von 60 bzw. 80 km/h.
Ja, die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind außerorts in der Regel niedriger als innerorts. Bei 21–25 km/h zu schnell zahlen Sie außerorts 100 Euro statt 115 Euro innerorts. Der Unterschied liegt in der geringeren Gefährdung außerhalb von Ortschaften.
Ja. Messgeräte müssen regelmäßig geeicht werden. Ist die Eichfrist zum Zeitpunkt der Messung abgelaufen, ist die Messung nicht verwertbar. Dies ist ein anerkannter Grund für einen erfolgreichen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid.

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