Nachfahrmessung
Bei der Nachfahrmessung wird Geschwindigkeit meist über Polizeifahrzeug, Videotechnik und Tacho-Bezug bestimmt. Ein Einspruch lohnt sich vor allem, wenn Abstand, Toleranzabzug oder die Dauer der Nachfahrt unsauber dokumentiert sind.
Autor: BußgeldPro Redaktion
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Methodik
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- Fristen, Bußgelder und Einspruchsansätze sollten immer mit dem konkreten Bescheid abgeglichen werden.
So funktioniert das Gerät
Nachfahrmessungen wirken auf Betroffene oft besonders eindrucksvoll, weil Video und Polizeifahrzeug subjektiv sehr belastbar erscheinen. Technisch lebt der Fall aber von mehreren Voraussetzungen: Abstand, konstante Nachfahrt, geeichter Tacho und die saubere Berechnung des Toleranzabzugs.
Gerade diese Mehrstufigkeit macht Nachfahrmessungen interessant. Es gibt nicht nur einen einzelnen Messwert, sondern einen ganzen Ablauf, der nachvollziehbar sein muss.
Dokumentierte Fehlerquellen
Die klassischen Streitpunkte bei Provida- und ähnlichen Nachfahrmessungen sind:
- Abstand zum gemessenen Fahrzeug: Nur ein passender und möglichst konstanter Abstand erlaubt eine verlässliche Einordnung.
- Dauer der Nachfahrt: Eine zu kurze oder wechselhafte Nachfahrt macht das Ergebnis angreifbarer.
- Toleranzberechnung: Bei Nachfahrmessungen gelten deutlich höhere Sicherheitsabschläge als bei standardisierten Blitzern.
- Menschlicher Faktor: Beobachtung, Reaktionszeit und Bedienung des Systems spielen eine größere Rolle als bei automatisierten Anlagen.
Checkliste: Prüfen Sie Ihren Fall
Diese Punkte sollten Sie bei einem Bescheid mit diesem Messsystem zuerst prüfen:
- Wird im Bescheid Provida 2000 oder ein ähnliches System genannt?
- Ist die Länge der Nachfahrt beschrieben oder dokumentiert?
- Passt der angesetzte Toleranzabzug zur Messmethode?
- Gibt es Video- oder Standbildmaterial zur Überprüfung des Abstands?
Einspruchschancen realistisch einschätzen
Nachfahrmessungen sind oft prüfenswerter als hoch standardisierte Blitzersysteme, weil mehr menschliche und situative Faktoren hineinspielen.
Der konkrete Nutzen hängt aber stark davon ab, wie hoch die Sanktion ist und wie vollständig Video, Protokoll und Berechnung vorliegen.
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Jetzt Bescheid prüfenHäufige Fragen
Bei der Nachfahrmessung wird Geschwindigkeit meist über Polizeifahrzeug, Videotechnik und Tacho-Bezug bestimmt. Ein Einspruch lohnt sich vor allem, wenn Abstand, Toleranzabzug oder die Dauer der Nachfahrt unsauber dokumentiert sind.
Ein Einspruch lohnt sich vor allem bei Punkten oder Fahrverbot, wenn Messsituation, Dokumentation oder Beschilderung Zweifel an der Belastbarkeit des Vorwurfs wecken.
Wichtig sind Messprotokoll, Gerätespezifikation, Fotos oder Videodokumentation der Messung und die Angaben im Bescheid zu Toleranzabzug und Vorwurf.
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